U20-Verbandsliga
Jugend-BezirksligaNach dem verpatzten Saisonauftakt mit gleich zwei Niederlagen zum Start, hatte sich die Mannschaft einiges vorgenommen, um wieder in die Spur zu kommen. Das zeigte sich allein dadurch, dass gegen die Gäste aus Kamp-Lintfort die bestmögliche Truppe zusammengetrommelt wurde, die derzeit aufzubieten ist. Dieser Siegeswille sollte sich auch im Verlauf des Mannschaftskampfes fortsetzen.
An allen Brettern kamen die Weseler Spieler gut aus den Startlöchern.
Yousef (Brett 2) und Agim (Brett 6) hatten sich scheinbar im Vorfeld mit ihren Gegner abgesprochen, hatten sie doch eine nahezu identische Stellung auf dem Brett, in dem sie jeweils mit Weiß schon sehr früh Druck auf den schwarzen Königsflügel ausübten. Bei Alex am ersten Brett stand ebenjenes schon früh in Flammen, aber er schien sich auszukennen und machte einen zufriedenen Eindruck. Einen Turm und drei Bauern zu geben und dafür zwei Leichfiguren, einen Bauern und jede Menge Initiative zu bekommen, war augenscheinlich Teil seines Plans. Johannes an Brett 3 spielte in seinem typischen "ich schau mir erstmal an, was der Gegner so vor hat"-Stil. Bei Zorba (Brett 4) und Niklas (Brett 5) war ebenfalls zunächst nicht viel los.
einige Stunden später...
Alex konnte seine Anfangsdynamik mit ins Mittelspiel nehmen und seinen Gegner vor große Probleme stellen. Die beiden Leichtfiguren sollten sich nicht zuletzt aufgrund ihrer Aktivität im Vergleich zum Turm auf der Gegenseite als klar vorteilhaft erweisen, so dass Weiß erst Material und dann die Stellung verlor.
Yousef's einstudierte Eröffnungsvariante setzte seinen Gegner schon früh so sehr unter Druck, dass dieser sich irgendwann fehlerhaft verteidigte und Yousef seinen dadurch entstandenen Materialvorteil sicher ins Ziel brachte.
An Johannes' Brett schien für einen kurzen Augenblick etwas Action aufzuflammen, die beide Kontrahenten aber schnell wieder durch den Abtausch der meisten Figuren vom Brett räumten. Übrig blieb jeweils ein Turm, ein Springer und haufenweise Bauern bei leichtem Aktivitätsvorteil von Weiß.
Als Johannes' Gegner trotz Mini-Vorteils Remis anbot, zögerte er nicht lang und nahm dankend an.
Zorba behielt in einem komplizierten Mittelspiel die Übersicht, überspielte seinen Gegner konsequent und siegte souverän.
Bei Niklas sah es lange Zeit nach einem Remis aus, aber nachdem die letzten Türme das Brett verlassen hatten, konnte sein aktiverer König in die gegnerische Stellung eindringen und entscheidende Bauern einkassieren. Nachdem er auch noch einen wichtigen Verteidigungszug einstreute, der es Weiß unmöglich machte, noch irgendeine Form von Gegenspiel zu kreieren, waren seine entstandenden Freibauern nicht mehr aufzuhalten.
Was Agims Partieverlauf angeht, könnte ich die Zeilen von Yousefs Partie (siehe oben) hierhin kopieren, da sich nicht nur die Eröffnungen extrem ähnelten, sondern auch der Verlauf eine ganz ähnliche Richtung einschlug. Auch hier spielte der initial aufgebaute Druck offenbar auch eine psychologische Rolle. So übersah sein Gegner irgendwann ein taktisches Manöver, das zunächst Materialverlust und letztlich den Verlust der Partie zur Folge hatte.
Alles in allem war dies ein von der ersten Sekunde an ungefährdeter Start-Ziel-Sieg, der klar unterstreicht, was für Potential in dieser Mannschaft steckt. Wenn man diese Überzeugung mit in die nächsten Mannschaftskämpfe mitnehmen kann, sollte ein Klassenerhalt absolut machbar sein.
(mh)
Nachdem beim letzten Mannschaftskampf die volle Truppe and den Start ging, schien nun die Motivation raus und nur Johannes, Niklas und Alexander vertraten die erste Mannschaft. Zum Glück fanden sich noch genügend Aushelfer, sodass die Mannschaft mit sechs Leuten, nach einer rutschigen Fahrt in Schiefbahn ankam. Ob diese eher wackelige Mannschaft sich gegen die eigentlich überstarken Schiefbahner durchsetzten könnte sollte sich in den nächsten Stunden zeigen…
Doch auch die Schiefbahner hatten „Personal“Probleme, sodass die DWZ Zahlen ungefähr auf einem Level waren.
Trotzdessen erfuhr die Weseler Mannschaft einen eher wackeligen Start. Ich spielte an Brett 1 gegen einen deutlich stärkeren Gegner, konnte mich jedoch anfangs durch Theorie in Sicherheit wiegen. Auch Johannes (2) hatte einen starken Gegner, welcher gleich vom Start aus erheblichen Druck auf Johannes ausübte. Niklas (3) hatte es dagegen sehr leicht, da sein Gegner nicht erscheinen würde. Joshua an Brett 4 hatte auch Probleme und patzte recht früh seinen E Bauern ein. Florian (5) starte in einer eher geschlossenen Position, welche anfangs recht ausgeglichen erschien. Auch bei Ruben (6) sah es nach der Eröffnung nach einer ausgeglichenen Partie aus, wo beide Seiten ihre Chancen hatten.
Einige Stunden später…
Ich fand mich nach einer gelungenen Eröffnung in einer ausgeglichenen Stellung wieder. Doch meinem Gegner schien die Stellung nicht zu gefallen, weswegen er durch einige „komische “Züge einen Damentausch erzwang, der ihn aber mächtig Zeit kostete. Nach meiner dadurch gewonnenen Initiative wollte er einen Turm opfern. Dieses Opfer nahm ich allerdings nicht an und nach einer Abwicklung ins Endspiel hatte ich 2 Bauern mehr und mein Gegner sah sich gezwungen aufzugeben.
Johannes (2) konnte dem Druck des Gegners nicht standhalten und hatte nach kurzer Zeit einen gestrandeten König im Zentrum, welcher mithilfe von Dame und Springer in ein Mattnetz kam, aus dem er sich nicht mehr Befreien konnte.
Auch Joshua (4) hatte starke Probleme aufgrund seines fehlenden E Bauerns. Der Gegner startete einen großen Königsangriff und auch wenn Joshua ein wenig Gegenspiel bekam, reichte es nicht aus um den Angriff abzuwenden.
Florian (5) hatte nach einem Angriff der Gegnerin seine Dame eingepatzt und spielte nun mit zwei Leichtfiguren gegen eine Dame. Die Partie schien verloren, jedoch patzte die Gegnerin im Eifer des Gefechts eine Springergabel auf König und Dame! Mit nun zwei Figuren mehr konnte Florian die Partie sicher nach Hause bringen und ein unerwarteter Sieg erschien uns zum ersten Mal als möglich.
Doch Ruben (6) müsste für diesen eine Remis rausholen was sehr schwer aussah, da er nach einigen taktischen Komplikationen in einem Turm Endspiel mit einem Bauern weniger landete. Allerdings endete die Partie nach einigen Fehlern von beiden Seiten in einem Remis, da der Gegner nur noch den H Bauern hatte und Ruben seinen König in die richtige Ecke bekam.
Alles in allem war dies ein sehr holpriger Sieg doch am Ende gewann die Weseler Mannschaft mit 13 zu 10.
(an)

